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Informationen zu Marcumar ...


Was Sie als Patient über Antikoagulantien-Therapie wissen sollten
 

Blutgerinnung - was ist das?


Bei Verletzungen gerinnt das austretende Blut und verschließt so die Wunde. Die Bildung solcher Blutgerinnsel wird jedoch auch durch Verkalkungen der Gefaeßwaende, durch Einbringung körperfremder Materialien und durch mangelhaften Blutfluß begünstigt. Man nennt diese Gerinnsel dann "Thrombus". Dieser Thrombus kann durch den Blutstrom fortgerissen werden und damit zu einem Gefaeßverschluß in einem anderen Gebiet führen; das nennt man "Embolie". Sowohl die Thrombose als auch die Embolie können zu lebensbedrohlichen Situationen wie Schlaganfaellen, Herz- und Lungeninfarkten führen.Leider besteht auch bei Ihnen aufgrund der nachgewiesenen Erkrankung ein erhöhtes "thrombembolisches" Risiko, so daß wir Ihnen zu einer Hemmung der Blutgerinnung raten müssen.
 

Gerinnungshemmer (Marcumar, Falithrom, Phenprocumon)


Gerinnungshemmer verzögern die Blutgerinnung, heben Sie aber nicht völlig auf. Die Staerke der Gerinnungshemmung haengt von der Dosierung des Medikamentes ab. Deshalb sind Kontrollen der Blutgerinnung durch die Bestimmung des sog. "Quick-Wertes" und eine eventuelle Anpassung der Dosierung regelmaeßig notwendig. Die Haeufigkeit der erforderlichen Laborkontrollen richtet sich nach der Stabilitaet Ihrer Werte und wird jeweils von Ihrem Hausarzt mit Ihnen vereinbart. Der Grund für die Gerinnungshemmung bestimmt auch die Strenge der Einstellung. So ist bei Traegern künstlicher Herzklappen eine strenge (Quick-Wert 15-25%), bei Vorhofflimmern (Herzrhythmusstörung) eine weniger strenge Einstellung (Quick-Wert 25-40%) nötig.
 

Was Sie beachten müssen!

  • Marcumar muß regelmaeßig, am besten jeden Abend streng nach Plan eingenommen werden. Sollten Sie die Einnahme vergessen, nehmen Sie am naechsten Tag auf keinen Fall die doppelte Dosis, sondern führen die Therapie nach Plan fort und melden sich bei Ihrem Hausarzt.
  • Sorgen Sie stets für einen ausreichenden Vorrat an Tabletten.
  • Nehmen Sie die vereinbarten Kontrolltermine zur Quickwertbestimmung regelmaeßig wahr.
  • Mit Beginn der Therapie haben Sie einen "Antikoagulantien-Paß" erhalten, den Sie staendig bei sich tragen sollten, um einen Not- oder Unfallarzt über die Therapie und den letzten Quick-Wert informieren zu können. Jedem neuen, Sie behandelnden Arzt ist der Ausweis ebenfalls vorzulegen. Außer dem benötigt Ihr Hausarzt den Paß, um die jeweils bestimmten Gerinnungswerte und die vorgesehene Medikamentendosierung darin eintragen zu können.
  • Da Ihr Blut weniger gerinnungsfaehig ist, können kleine Verletzungen staerker und laenger bluten. Es entstehen leichter "blaue Flecken", wenn man sich stößt und bei Frauen kann die Menstruationsblutung staerker als üblich sein. Wenn jedoch intensive Blutungen auftreten, die sich trotz zusaetzlichen Abdrückens nicht innerhalb 1/2 Std. stillen lassen, Urin sich rötlich oder Stuhl sich schwarz verfaerbt oder spontan (ohne Anstoßen) "blaue Flecken" entstehen, sollten Sie sofort Ihren Hausarzt aufsuchen, da die Gerinnung dann zu stark gehemmt sein kann.
  • Neue Medikamente sollten Sie nicht ohne vorherige Rücksprache mit Ihrem Hausarzt einnehmen.
  • Für Ihren Urlaub sollten Sie Reiselaender mit gemaeßigtem Klima und guter aerztlicher Versorgung bevorzugen.
  • Vitamin K ist das Gegenmittel für Antikoagulatien. Da in einigen Nahrungsmitteln reichlich Vitamin K enthalten ist, wird ein überreichlicher Genuß davon die Wirkung Ihres Medikamentes aufheben. Deshalb sollten Sie lle Kohlarten, Spinat, Sojabohnen, Tomaten, Bananen und Innereien nur in Maßen zu sich nehmen.

©Ambulantes Herzzentrum Braunschweig

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